Digitale Transformation oder doch nur Digitalisierung

Aktualisiert: 30. Aug.

Worin besteht das Wesen der Digitalisierung? Die Antwort auf diese Frage lässt sich präzise auf den Punkt bringen.


Der Begriff Digitalisierung meint die Umwandlung von analogen Inhalten in digitale Formate. Die so generierten Daten können informationstechnisch verarbeitet werden – dieses Prinzip liegt sämtlichen Erscheinungsformen der digitalen Revolution im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, professionellen und privaten Bereich zugrunde.


Mittels Digitalisierung werden Informationen digital gespeichert und für die elektronische Datenverarbeitung verfügbar gemacht. Schätzungen zufolge waren im Jahr 2007 bereits 94% der weltweiten technologischen Informationskapazität digital, etwa im Jahr 2002 wurde dabei der zivilisatorische Bruchpunkt vollzogen, mehr Information waren nunmehr digital als analog archiviert.

Dieser technologische Entwicklungsschritt verursacht, dass sich bestehende Strukturen, Verfahren und Prozesse substanziell verändern und er erfasst konsequent immer mehr Bereiche. Als ursächlicher Effekt betrachtet, hat er konkrete Auswirkungen auf Unternehmen, Organisationen, Gesellschaften.


Der Fortschritt der Digitalisierung besteht nun zum einen darin, dass fortlaufenden mehr Märkte und gesellschaftliche Bereiche als Datenlieferanten erschlossen werden, weil in diesen Zusammenhängen verbreitet Maschinen zum Einsatz kommen, die Daten erzeugen und erfassen. Zum anderen führt dieser Entwicklungsschritt dazu, dass Strukturen, Funktionslogiken, Geschäftsmodelle und Organisationsformen sich in Unternehmen und Institutionen ändern. In letzter Konsequenz erhalten Märkte einen andere Funktionslogik verpasst. Diese Prozesse des Wandels werden mit dem Begriff digitale Transformation bezeichnet.


Die Zugangsweise zum Thema digitale Transformation bestimmt jedenfalls den Blickwinkel darauf. Jeder Versuch, das Prinzip der digitalen Transformation zu erklären, hängt also davon ab, welche Aspekte konkret verdeutlicht werden sollen.


Selbstverständlich bewirkt die digitale Transformation, dass moderne Technologie in Bereichen Anwendung finden, die bisher davon ausgenommen waren. Ein rein technologisches Verständnis ergibt immer Sinn. Diese Perspektive berücksichtigt aber eher den Verständnishorizont der fortschreitenden Digitalisierung. Doch wenn neue technische Durchbrüche flächendeckend zum Einsatz kommen, adaptiert sich im Regelfall die Organisationsstruktur von Unternehmen entsprechend, Märkte bekommen eine neue Funktionslogik verpasst, Gesellschaften wandeln sich. Die technologische Innovation veranlasst also strukturelle Veränderung in Organisationen, beweist ökonomische Relevanz, zeigt soziologische Implikationen. Es entstehen Rückkopplungseffekte. Wenn anschließend ein gesellschaftlicher Diskurs oder eine organisationsinterne Debatte über die Konsequenzen von Veränderungen durch neue Technologien geführt werden, dann gilt es, all diese Implikationen angemessen zu berücksichtigen. Entscheidungen darüber, welche Technologien angewandt werden, erhalten vor diesem Verständnishintergrund eine strategische Qualität.


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